Eine Ausstellung des Seminars »Materialität des Wissens am Beispiel Präparat«

Präparierte Natur

Was wissenschaftliche Objekte verschweigen

Kaum eine Objektgattung ist in so vielen Göttinger Sammlungen vertreten wie die der Präparate. Ob in Form von Tierskeletten in der Zoologie, trocken präparierter Schädel in der Anatomie oder gepresster Pflanzen im Herbarium – jede mit Lebewesen arbeitende Wissenschaft hat ihre spezifischen Präparate. Manche sind bis heute für die Forschung von Bedeutung, andere haben nunmehr historischen Wert oder eine besondere ästhetische Wirkung.

Präparate sind ursprünglich lebendige Wesen, die so aufbereitet sind, dass sie für die Wissenschaft einen ganz bestimmten Zustand des Objektes konservieren. In diesem Zustand sind die natürlichen Eigenschaften der Dinge oft leichter zu erkennen und zu verdeutlichen als bei lebenden Organismen. Das macht sie zu wichtigen Hilfsmitteln in Forschung und Lehre der Naturwissenschaften. Doch die wissenschaftliche Funktion der Präparate allein erklärt nicht, weshalb wir bei der Betrachtung von Präparaten oft vergessen, dass wir es mit künstlichen Dingen zu tun haben.

Warum sehen wir in den Präparaten stattdessen Tiere, Menschen und Pflanzen? Warum denken wir bei ihrem Anblick an Ereignisse und Geschichten, an berühmte Persönlichkeiten oder Bilder, an das Leben oder den Tod?

Mit der Ausstellung „Präparierte Natur. Was wissenschaftliche Objekte verschweigen“ gehen Studierende der Universität Göttingen den materiellen, kulturellen, ästhetischen und poetischen Dimensionen wissenschaftlicher
Präparate nach. Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen ist die Einsicht, dass sich die Bedeutung der Objekte erst erschließen lässt, wenn neben ihre materielle Beschaffenheit die mit den Objekten verbundenen Erzählungen, Bilder und alltäglichen Aneignungen treten.

Dabei entstanden neben neuen Anordnungen der Objekte im Raum Geschichten, die diese vermeintliche Natürlichkeit als präparierte Natur kenntlich machen.

Ausstellung in 360°

Making-of-Video

In Kooperation mit dem Herbarium, dem Zoologischen Museum und der Blumenbach‘schen Schädelsammlung der Universität Göttingen
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